Näheres unter der Rubrik Termine

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Mit dem Erscheinen des Pegasus hat auch am nächtlichen Firmament der Herbst vollends seinen Einzug gehalten. Wandert man bei klarer, mondloser Nacht mit dem bloßen Auge vom linken Kastenstern des Pegasus kommend zwei Sterne weiter nach links, dann zwei Sterne weiter aufwärts und läßt den Blick nun ein wenig nach rechts schweifen, so trifft man auf ein diffuses Fleckchen, das sich beim Blick mittels Fernglas als die Andromeda Galaxie, unsere Geschwistermilchstraße herausstellt.

Entdeckt und beschrieben wurde dieses Milchstraßensystem vom persischen Astronomen Al Sufi im Jahre 905 n. Chr., doch mehr als 700 Jahre geriet seine Entdeckung in Vergessenheit.

Der am 10. Januar 1573 im mittelfränkischen Gunzenhausen geborene und am 26. Dezember 1624 in Ansbach verstorbene Arzt, Mathematiker und Astronom, Simon Mayr – auch bekannt unter dem Namen Simon Marius – entdeckte die Andromeda Galaxie erneut und der französische Astronom Charles Messier nahm mehr als 100 Jahre später die Andromeda Galaxie als M31 in seinen Objekt Katalog auf.

Besagte Andromeda Galaxie ist nur rund 2,5 millionen Lichtjahre von uns entfernt und wohl einer der am meisten untersuchte Galaxien. An ihr läßt sich all das studieren, was auch unserem Milchstraßensystem zu eigen ist, zum Beispeil: Die Spiralstrukturen, Offene und kugelförmige Sternhaufen, Interstellare Materie, Planetarische Nebel, Supernova Überreste, der galaktische Kern, oder gar Begleitgalaxien, um nur einiges zu nennen.

Wenn man so will, können wir in der Andromeda Galaxie unser eigenes Milchstraßensystem von außen beobachten. Eine zeitlang gingen Astronomen davon aus, dass M31 einen doppelten Kern beinhaltet, die ihrerseits je ein super massives Schwarzes Locher beinhalten.

Man vermutete also zunächst, dass eines der supermassiven Schwarzen Löcher aus einer früheren Kollision mit einer anderen Galaxie stammte.

Untersuchungen, die mit Hilfe des Hubble Weltraumteleskop durchgeführt werden konnten zeigten aber, dass der Kern unserer Geschwistermilchstraße aus einem Ring roter und damit älterer Sterne und einem weiteren Ring, bestehend aus blauen und damit jüngerer Sterne besteht, die in dem Gravitationsfeld von einem supermassiven Schwarzen Loches gefangen sind.

Unsere Geschwistermilchstraße und wir bewegen uns aufeinander zu und Simmulationen, sie wurden mit Hilfe einer Großrechenanlage durchgeführt, ergaben, dass sich unsere Galaxie und die Andromeda Galaxie zunächst annnähern und in vier bis zehn Milliarden Jahren treffen und sich dann aus beiden Galaxien eine neues Milchstraßensystem bildet.

Zwei Astronomen die sich sehr frühzeitig und auch sehr intensiv mit unserer Geschwisermilchstraße M31 befassten sollten nicht unerwähnt bleiben. Zum einen ist es Vesto Melvin Slipher – der ehemalige Direktor des legendären Lowell Observatorium in Flagstaff / Arizona – er entdeckte bei seinen Untersuchungen, dass sich M31 in Richtung unseres eigenen Milchstraßensystems bewegt.

Zum anderen ist es Edwin Powell Hubble – nach ihm wurde ja das großartige Hubble Weltraum Teleskop benannt -. Hubble war es übrigends, der 1923 die ersten Cepheiden in M31 entdeckte und um diese Entdeckung gebührend einzuschätzen zu können muss man wissen, dass die Cepheiden Sternen sind, die ihre Helligkeit in sehr regelmäßigen Abständen verändern und dadurch einen vorzüglichen Indikator für die Leuchtkraft - und damit für die Sternentfernungen darstellen.  

Wenn man sich also in den kommenden Wochen unserer Geschwistermilchstraße M31 mit Auge, Fernglas oder unterschiedlich großen Teleskopen zuwenden, dann bitte dran denken:

Das Licht von M31 war am Beobachtungsabend bereits 2,5 millionen Jahre unterwegs und nimmt man nun noch das Zeitmaß welches das Licht zum durchqueren der Andromeda Galaxie benötigt, so dauert es rund 140.000 Jahre um von einem Ende zum Anderen zu gelangen, und das mit Lichtgeschwindigkeit.

Vielleicht werden so die Entfernungen und Dimensionen des Kosmos ein wenig erfahrbarer. Ach, zum Abschluß noch etwas: Die Andromeda Galaxie ist Mitglied einer sogenannten lokalen Gruppe von Galaxien zu der auch M32 und M110 zählen, und unsere Galaxis gehört ebenfalls dazu.

Viel Freude am nächtlichen Firmament, Ihr und Euer Michael Passarge

Grafik: Stellarium

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Photo: Sebastian Weber

Im heutigen Videobeitrag der Reihe „Sterne sehen und verstehen“ beginnt der kleine Streifzug übers nächtliche Firmament am Bild der Kassiopeia und geht weiter zum weniger auffälligen und recht großräumigen Bild der Giraffe. Nach dem erreichen des Bildes Giraffe geht es dann weiter zu den Bildern Perseus und Dreieck. Vom Sternbild Dreieck kommend führt uns dann der Weg hin zum kleinen Sternbild Widder.

Nach dem schwieriger aufzufindenden Bild Widder wird es, was das Auffinden der Sternbilder anbetrifft wieder leichter. Ganz markant und wohl kaum zu übersehen zeigt sich das Sternbild Andromeda rechts unterhalb des Sternbildes Kassiopeia.

Eines sollte beim betrachten der Andromeda immer wieder einmal versucht werden, es ist: Das aufsuchen unserer Nachbarmilchstraße, der Andromeda Galaxie. Bei klarer mondloser Nacht, selbstredend fernab der Stadt, läßt sich unserer Geschwistermilchstraße mit dem bloßen Auge als nebeliges kleines Fleckchen ausmachen.

Weiter geht die kleine Wanderung zum rechts an die Sternenkette der Andromeda sich anschließenden Sternbild Pegasus. Im weiteren Verlauf der kleinen Sternbildwanderung muß dann der Blick gen Horizont gerichtet werden, denn hier befindet sich das ausgedehnte Sternbild Fische.

Am ehesten kommt man diesem Bild auf die Spur, indem man nach der markanten ovalen Sternansammlung Ausschau hält, die sich unterhalb des Pegasusquadrat befindet.

Frühere Beiträge aus der Serie „Sterne sehen und verstehen“ sind bei Osthessen-TV unter der Rubrik Spezial  abrufbar.

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Sterne sehen und verstehen - September 2016

Im heutigen Videobeitrag der Osthessen-TV Reihe „Sterne sehen und verstehen“ steht das Sternbild Fische im Mittelpunkt. 

Zunächst geht es um Beobachtungen, die mit dem bloßen Auge ausgeführt werden können, denn da wäre zum einen der Mond, der am 03. – 08. – 09. als Pfadfinder zu den Planeten Venus, Saturn und Mars genutzt werden kann.

Am 23. erreichen wir auf unserem Raumschiff Erde wieder den sogenannten Herbstpunkt und  mittels einer kleinen Grafik wird verdeutlicht, was es mit diesem Punkt auf sich hat.

Im Anschluss daran wird auf das Sternbild Fische aufmerksam gemacht und neben den Hinweisen zur griechischen Mythologie wird besonders auf das für Fernrohrbesitzer interessante Milchstraßensystem M74 hingewiesen. 

Frühere Beiträge aus der Serie „Sterne sehen und verstehen“ sind bei Osthessen-TV unter der Rubrik Spezial abrufbar.

 

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